Prof. Dr. Hans Stimmann erläutert § 34

Ein sehr interessantes Interview. Ab Minute 16:40 erklärt Herr Prof. Stimmann (er verortet sich selber politisch „links“) ganz wunderbar den § 34 BauGB, von dem man in letzter Zeit ja oft im Zusammenhang mit Nachverdichtung hört. Man versteht gut, wie heute mal eben Nachverdichtung möglich ist. Und es zeigt, dass man in der Politik weiter denken sollte als von Zwölf bis Mittag bzw. von einem „sexy“ Investor bis zum nächsten. Mit „Tricks“ löst man Probleme nie dauerhaft. Wir wollen keine Bebauungen nach § 34 BauGB in Köpenick. Denn Wohngebiete, wie z. B. das Allende-Viertel, wurden von der DDR nicht ohne Grund genau so geplant. Zwischen den Häusern befinden sich KEINE Baulücken. Alles wurde, zum Wohle der Menschen und ein angenehmes Wohnumfeld, genau so geplant und sollte jetzt nicht einfach zugebaut werden.

6 thoughts on “Prof. Dr. Hans Stimmann erläutert § 34

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      …das erläutert der herr prof.dr. stimmann ja wunderbar: wir alten spd-beton-truppen kungeln was das zeug hält und bei bedarf (wenn`s mal stottert) kegeln wir das baurecht (mit einschlägigen tricks) aus dem weg.
      erstaunlich, daß diese leute in ihrer ganzen selbstgefälligkeit nichts von sich selber merken…

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        Ich habe mir das Interview von Prof. Stimmann komplett angehört und kann aus diesen für die Innenstadt speziell dargelegten Massnahmen zum Thema ‚Baulücken‘ nach der Wende keine Analogien für die Randbezirke und speziell Allende ableiten. Er bezieht sich auf die spezielle Herangehensweise zur Bebauung der grossen Berliner Magistralen, die durch ihn dazu führten, die ‚Traufhöhe‘ als verbindlich festzulegen. Also daraus mit dem §36BauGB eine Festlegung für die WBG Bauten im Allende I abzuleiten, ist sehr weit hergeholt.

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          Sehr geehrter Herr Haas, danke für Ihr Interesse und Ihren Kommentar.
          Weit hergeholt?
          Herr Prof. Stimmann wird in diesem Gespräch nicht müde zu betonen,
          dass man nicht erst auf lange dauernde Bauplanungen
          warten wollte und deshalb auf den „Trick“ mit dem §34BauGB
          zurückgegriffen hat. Traufhöhe ist da auch nicht der wichtigste
          Punkt, eher der kleinste gemeinsame Nenner.
          Der Punkt sind die sog. Baulücken und da wird aus einer
          unbebauten Friedrichstraße mal eben ein bebaute Straße,
          weil man einfach die ganz alten Straßenpläne nimmt und aus der Straße eine
          große Baulücke macht. Wenn also links und rechts
          irgendwo ein Haus steht, dann darf man, die Traufhöhe beachtend, einfach
          dazwischenbauen. Da braucht man keinen
          langwierigen Bauantrag, von Bürgerbeteiligung will ich gar nicht reden.
          Und selbst wenn Herr Prof. Stimmann seinerzeit
          nicht daran gedacht hat, dass man dieses Vorgehen auch nutzen kann, wenn
          wir keine Friedrichstraße und keinen
          Potsdamer Platz haben, sondern ein Allende Viertel, so wird genau dieser
          Paragraf heute immer wieder benutzt, wenn es mal eben
          ganz schnell (Wohnungsmangel) und ohne Bauplan und Bürgerbeteiligung
          gehen soll. Die kapitalistischen Anwälte haben noch immer das
          Schlupfloch im Gesetz gefunden. Ich möchte nicht vergessen zu betonen,
          dass beide Allende Viertel durchdachte und durchgeplante Wohngebiet sind
          und keine Baulücken haben.
          Wir finden, dass dieses Interview sehr gut die Arroganz der
          Immobilienbesitzer widerspiegelt, die einfach machen, was sie wollen.
          Und warum? Weil sie es können. Die Gesetze dafür werden ihnen auf dem
          Silbertablett präsentiert. Wohnungbau ist wichtig, aber
          nicht auf dem Rücken der Anwohner und zu Lasten der Umwelt.

          Mit herzlichen Grüßen

          Maja Bunke
          TKBB

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            Liebe Frau Bunke,
            natürlich hat Herr Stimmann für Berlin und seinen Aufbau grosses geleistet, das sehe ich ebenso wie Sie. Aber wir kommen nicht umhin, unser Allende Viertel mit der Innenstadt vergleichen zu wollen. Wir sollten uns auch auf ein allgemein verständliches Bezeichnen von handelnden Personen ausdrücken, solche Bezeichnungen wie ‚kapitalistische Anwälte‘ ist unwürdig und würde wohl sehr unflätig beim Vorstandsvorsitzenden der WBG und Anwalt Greulich ankommen, der für eine den Bewohnern der WBG zugute kommende Wohnsituation bekannt ist.
            Auch Ihre Ausführung zu dem Vorhaben der WBG ist unrichtig dargestellt, es werden zusätzliche Wohnungen für die WBG Mieter in altersgerechter/bindertengerechter Ausführung sein, um grössere Wohnungen frei für Familien mit Kindern zu bekommen und damit unser Viertel zu beleben. Dieses Anliegen der WBG wird schon lange verfolgt und ist leider mit dem Abriss des ehemaligen Altersheim nicht möglich gewesen. Insofern finde ich Ihre ideologisch anmutenden Formulierungen für vollkommen deplaziert. Wir als Runder Tisch Allende haben immer wieder dem BVAK sowie dem TKBB Gespräche zu unserem Allende Viertel angeboten, auch vor allem vor dem 2022 sich jährenden Tag des Viertels.
            Uli Haas
            Sprecher RuTi

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        Sehr geehrter Herr Irmer, das haben Sie aber schön auf den Punkt gebracht 😉
        Herzliche Grüße

        Maja Bunke
        TKBB

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